So erkennst du gute Lebensmittel: 3 Tipps für einen gesunden Einkauf


Noch nie war das Angebot an Lebensmitteln größer als heutzutage.

Egal, ob frische Lebensmittel oder industriell verarbeitete, die Auswahl wird immer größer, die Verpackungen immer bunter und die Inhaltsstoffe immer unaussprechlicher.

Doch was machen gute Lebensmittel eigentlich aus, wie erkenne ich hohe Qualität und ist Bio immer gleich Bio?



Die Kriterien für Qualität


Laut einer in Deutschland durchgeführten Umfrage zählt zu den 3 wichtigsten Kriterien, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht, Folgendes:


  • Hochwertige Inhaltsstoffe (54%)

  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis (53%)

  • Nachhaltiger- bzw. ökologischer Anbau (41%)


Dieses Ergebnis spiegelt ganz klar das bestehende Überangebot in Zusammenhang mit immer günstigeren Preisen und einer schlechteren Qualität wider.

Auf der einen Seite sollen die Lebensmittel hochwertige Inhaltsstoffe enthalten, auf der anderen Seite soll der Preis aber auch nicht zu hoch sein und ach ja, „Bio“ sollte es auch noch sein.

Zumindest für das Gewissen!


Diese Erwartungshaltung macht sich die Lebensmittelindustrie zunutze und wirbt seit einiger Zeit mit Begriffen wie Bio, X Prozent Vollkorn, fettreduziert, zuckerreduziert oder seit neustem mit der Lebensmittel-Ampel (Nutri-Score), um vermeintlich ungesunde und gesunde Lebensmittel schneller zu identifizieren.

Leider führt dies im Umkehrschluss dazu, dass wir aufhören, uns selbst zu informieren und uns näher mit den von uns gekauften Lebensmitteln auseinanderzusetzen.

Das dabei oft Lebensmittel minderwertiger Qualität in unserem Einkaufswagen landen, geht an uns vorbei.



Top 3 Tipps für qualitativ hochwertigere Lebensmittel


Doch was können wir machen, um zu erkennen, welches Lebensmittel wirklich von hoher Qualität ist und welches durch geschicktes Marketing nur Qualität vortäuscht?

Die folgenden 3 Tipps helfen dir dabei.



Die 4 Jahreszeiten


Natürlich leben wir in einer Gegend, in der einige Lebensmittel wie z.B. Bananen, Mangos oder Avocados einfach nicht angebaut werden können.

Aus diesem Grund darauf zu verzichten, nimmt dir nicht nur eine Menge Lebensqualität, sondern du verwehrst deinem Körper dadurch zusätzliche gute Quellen für wichtige Vitamine und Mineralstoffe.


Allerdings sollte man im Anbetracht dessen zumindest auf die Herkunft der Lebensmittel achten, die bei uns in Deutschland wachsen.

Äpfel aus Holland oder Italien zu kaufen, während sie viele Monate im Jahr auch hier bei uns reifen, macht hingegen wenig Sinn.

Nicht nur, dass durch die Lieferwege die Umwelt im Mitleidenschaft gezogen wird, hinzu kommt, dass frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse durch lange Lieferwege frühreif geerntet werden müssen und dadurch viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe verlieren.


Dies führt dazu, dass der im Supermarkt zu kaufende Apfel aus Italien zwar genauso aussieht wie der aus Deutschland, sich in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe allerdings stark unterscheidet.


Tipp 1 um qualitativ hochwertige Lebensmittel zu erkennen, lautet also „Kaufe wenn möglich regional und saisonal“!



Kaufe auf dem Markt


Ich höre jetzt schon die ersten Stimmen, die sagen „auf dem Markt kaufen, ist viel zu teuer, das kann ich mir nicht leisten“.

Leider sind genau das meistens die Leute, die noch nie auf dem Markt waren.

Klar gibt es Märkte, die an sich einfach überteuert sind, weil sie in Wohngegenden liegen, in denen die Menschen mehr Geld besitzen.

Allerdings gibt es selbst auf diesen Märkten oft Stände, die günstiger sind, teilweise sogar günstiger als im Supermarkt.

Ein Versuch ist es daher auf jeden Fall wert.


Das Schöne am Einkaufen auf dem Markt ist, dass du oft auf den ersten Blick erkennst, was grade Saison hat (siehe Tipp 1) und du die volle Auswahl an frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln hast.

Dadurch, dass es keine Regale mit Hunderten von Süßigkeiten oder Fast Food-Produkten gibt, gerätst du gar nicht erst in Versuchung, so etwas einzukaufen.


Dieser Tipp ist vor allem für Menschen, denen es extrem schwer fällt beim Einkaufen Süßes und Verarbeitetes nicht im Einkaufwagen landen zu lassen, Gold wert.

Zusätzlich kommst du auf dem Markt mit dem direkten Erzeuger der Lebensmittel ins Gespräch und kannst dir von ihm/ihr unbekannte Gemüsesorten zeigen lassen.


Bei der Gelegenheit kannst du ihn/sie fragen, was momentan besonders gut schmeckt, oder ob das Obst und Gemüse mit Pestiziden behandelt wurde.

Nachvollziehbarkeit ist besonders wichtig, wenn du Lebensmittel von hoher Qualität erkennen willst.

Je undurchschaubarer die Produktions- und Lieferketten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit minderwertiger Qualität abgespeist wirst.


Tipp 2 lautet also „Kauf ,wenn möglich, auf dem Wochenmarkt oder lass dich zumindest regelmäßig dort inspirieren".



Ein Blick auf die Inhaltsangabe


Ein unglaublich unterschätzter aber wirkungsvoller Tipp.

Jedes verarbeite Lebensmittel hat sie, die Inhaltsangabe!

Auf ihr findest du alle enthaltenen Lebensmittel und Stoffe, die in einem Produkt

vorhanden sind.

Man liest sie von links = am meisten enthalten, nach rechts = weniger enthalten.

Mit diesem Wissen kannst du viele Marketingstricks direkt entlarven.


Steht auf einem Müsli z.B. in großen Buchstaben mit „extra Goji Beeren“ und Goji Beeren stehen auf der Inhaltsangabe an letzter Stelle, kannst du davon ausgehen, dass der Anteil so gering ist, dass es egal ist, ob die Goji Beeren enthalten sind oder nicht.

Wenn beispielsweise Zucker oder andere ungesunde Stoffe weit vorne stehen gilt:

FINGER WEG!


Doch nicht nur das, was weit links (viel enthalten) oder was weit rechts (wenig enthalten) auf einem Produkt steht, ist entscheidend, sondern auch wieviele Zutaten auf der Inhaltsangabe stehen.


Hier gilt als Faustregel: Alles, was 5 oder weniger Zutaten hat, ist ein vollwertiges und nahrhaftes Lebensmittel.

Und ja, Ausnahmen gibt es natürlich immer.


Trotzdem hilft dir dieses Wissen auf den ersten Blick, identisch wirkende Produkte voneinander zu unterscheiden.

So hatte ich beispielsweise neulich eine Kokosmilch in der Hand mit sagenhaften 9 Zutaten (die Hälfte davon konnte ich nicht einmal aussprechen).

Daneben stand eine auf den ersten Blick identische Kokosmilch für 0,70€ mehr.

Beim Blick auf die Rückseite stellte ich jedoch fest, dass hier nur 2 Zutaten verwendet wurden: Kokosmilch und Wasser.


Tipp 3 lautet also: „Achte auf eine kurze Inhaltsangabe und gucke was an erster Stelle steht (links) und was an letzter (rechts).“



Die Bio-Falle


In den letzten Jahren ist die Bezeichnung „Bio“ zu einem echten Marketinggag geworden.

Auf vielen Lebensmitteln steht einfach nur „Bio“ drauf, ohne dass ein Nachweis durch ein Siegel erbracht wird.

Von solchen Marketing-Fallen solltest du dich nicht täuschen lassen und diese Lebensmittel nicht mit genormten Bio-Lebensmitteln verwechseln.


Greife, wenn möglich, immer zuerst zu einem Bio-Lebensmittel, welches mit einem offiziellen Biosiegel gekennzeichnet ist.

Allerdings gibt es auch bei den Bio-Siegeln einiges zu beachten!


Die zwei wohl bekanntesten Bio-Siegel sind das grüne Sechseck mit dem Bio-Logo und das identische, jedoch anders aussehende hellgrüne Rechteck mit dem Blatt als Logo.

Dieses Siegel garantiert zu 95% ökologische Zutaten und weist damit die geringsten Standards auf.

Hinzu kommt, dass hier gentechnisch verändertes Futtermittel in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Es ist in jedem Fall besser als ein Nicht-Bio-Produkte, ist jedoch nicht das Maß aller Dinge.

Ein deutlich hochwertigeres Siegel ist beispielsweise das Demeter-Siegel.

Es steht für 100% ökologische Zutaten und gilt als Ökopionier im Bio-Bereich.

Gentechnische Zusätze sind hier strengstens verboten.

Du merkst, auch hier ist Vorsicht geboten und es lohnt sich immer, 2 mal hinzuschauen.


Wir kaufen zu 90% einen bunten Mix aus Bio EU, Demeter, Bioland und Markt-Lebensmitteln vom Bauernhof.

Die restlichen 10% sind für Lebensmittel, die man in Bio-Qualität gar nicht oder nur sehr schwer bekommt, und für sogenannte Spaß-Lebensmittel, einfach weil man mal Lust darauf hat.


Ein wichtiger Hinweis zum Abschluss: Oft sind die Lebensmittel vom Bauern nicht bio-zertifiziert, weisen jedoch dieselben Standards auf.

Dies liegt daran, dass der Vorgang, ein Siegel zu erhalten, mit einer Menge Kosten verbunden ist.

Diese Kosten können sich viele Bauernhöfe nicht leisten, weswegen sie auf das Siegel verzichten.

Frag bei deinem nächsten Marktbesuch einfach nach, was beim Anbau der Lebensmittel verwendet wurde.


Mit diesem Wissen sollte beim nächsten Einkauf nichts mehr schief gehen.

Also viel Spaß beim nächsten Einkauf und erfreue dich an der neuen Vielfalt.


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Be happy,

Nina & Pablo

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